DBZ weckruf magazin: Über 100 Jahre für das Deutsche Bäckerhandwerk

Das heutige DBZ weckruf magazin hat seine Wurzeln im Jahre 1912. Es war die Bäckergilde Münster, die auf einem Obermeistertag den Antrag stellte, doch eine eigene Fachzeitung zu installieren. Zwar wurde daraus zunächst nichts, auf Initiative der Bäckerinnung Witten kam es 1913 dann aber doch zur Gründung des neuen Fachblattes. Seinem ursprünglichen Namen "Weckruf" machte der Titel immer wieder alle Ehre – schon ganz am Anfang, als es um das Sonntagsbackverbot in den Bäckereien und Konditoreien ging, die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg oder das Zugabeverbot.

Bis 1935 konnte der Weckruf immer mehr zum Bindeglied zwischen Betrieben und Berufsstandorganisation werden. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Fachzeitung jedoch ein Opfer der Gleichschaltung des Pressewesens. Die Rheinische Bäcker- und Konditorenzeitung sowie der westfälische Weckruf, beide von den Bäckerinnungsverbänden herausgegeben, wurden dem damals ins Leben gerufenen Reichsinnungsverband des Bäckerhandwerks unterstellt.

 

VOM MITTEILUNGSBLATT ZUR BUNDESWEITEN FACHZEITSCHRIFT

Nach dem Kriegsende beantragten die Bäckerinnungsverbände Nordrhein und Westfalen-Lippe gemeinsam eine Lizenz für eine Fachzeitung. Am 1. Oktober 1948 war es soweit: Sie durften in 14-tägiger Erscheinungsweise Mitteilungsblätter herausbringen, eine zusätzliche Genehmigung der Militärregierung ermöglichte es für Nordrhein und Westfalen-Lippe zudem, eigene Ausgaben herauszubringen – freilich unter der Kontrolle der Besatzungsbehörde, die ein Auge darauf hatte, dass nicht etwa Tagesnachrichten oder andere redaktionelle Inhalte den Weg ins Blatt fanden, sondern vielmehr Verordnungen, Anordnungen, Verfügungen und sonstige Hinweise auf die Ernährungswirtschaft. Von jeder Ausgabe erhielt die Militärregierung zwei Belegexemplare.

In der ersten Mitgliederversammlung des Bäckerinnungsverbandes Westfalen-Lippe nach dem Krieg wurde einstimmig der Gründung des Rheinisch-Westfälischen Bäckerverlags zugestimmt. Ab 1949 konnte der redaktionelle Teil des Weckrufs leicht erweitert werden und erhielt die Lizenz zur wöchentlichen Erscheinungsweise. In der Folge entwickelte sich der Weckruf zur seriösen Fachzeitschrift, die "Höhen und Tiefen, Entwicklungen und Erfindungen unserer Branche hautnah miterlebt" hat, wie Peter Becker, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks e.V., in seinem Grußwort zum hundertjährigen Jubiläum im Jahr 2013 schrieb.

Seit Januar 1974 trug die Fachzeitschrift den Titel Deutsche Bäcker Zeitung Weckruf – ihre Leserschaft hatte sie da bereits in der ganzen Bundesrepublik gefunden. Im November 1976 wurde die Bäckerinnung Berlin Gesellschafterin des Rheinisch-Westfälischen Bäckerverlags, der 1984 zur Deutschen Bäckerverlag GmbH umfirmierte. In der Folge wurde die Fachzeitschrift Verbandsorgan für verschiedene Verbände in ganz Deutschland. Seit 1980 erschienen die Titelseiten vierfarbig, oft mit attraktiven neuen Gebäckideen auf entsprechend farbigen Rezeptstudio. Viele Produkte entstanden im zeitungseigenen DBZ-Backstudio. Die Beilagen Ausbildungsinfo (AI) und Frau in der Bäckerei (FiB) entstanden 1984. Bereits seit 1948 wurde zudem das Jahrbuch mit sämtlichen Adressen der Bäcker- sowie der wichtigsten Handwerksorganisationen herausgegeben.

Mit der deutschen Wiedervereinigung konnte die Deutsche Bäcker Zeitung – Weckruf neue Leserschichten im Osten Deutschlands gewinnen. Zur ersten iba nach der Vereinigung präsentierte sich die DBZ 1992 mit einem völlig neuen Layout. Ein Jahr später wurde das einmal monatlich erscheinende Sonderheft DBZ Spezial zu verschiedenen Themen auf den Markt gebracht. Aus ihm entwickelte sich letztlich das monatlich erscheinende DBZ magazin, neben dem wie gewohnt die Wochenausgabe DBZ weckruf erschien.

 

DAS MODERNE WIRTSCHAFTSMAGAZIN FÜR BÄCKER UND KONDITOREN

Eine große Veränderung brachte 2002 der Kauf der Deutschen Bäcker Zeitung durch die BackMedia Verlagsgesellschaft mbH. Verleger wurde Trond Patzphal. Im Juli 2012 fusionierten das DBZ magazin und die Wochenausgabe DBZ weckruf zum neuen DBZ weckruf magazin, das seither alle zwei Wochen erscheint.

Anfang 2014 ging die BackMedia Verlagsgesellschaft mbH, Bochum, in der INGER Verlagsgesellschaft mbH, Osnabrück, auf. Die Tradition wird dennoch fortgeführt: Das DBZ weckruf magazin wird ebenso wie die Schwestertitel Bäckerzeitung mit Bäckerwelt, Artisan und Coffee Business weiterhin von Bochum aus produziert. Verlagsleiter und Chefredakteur ist seit Anfang 2014 Karsten Runge. Mit den großen Veränderungen, die das deutsche Bäckerhandwerk derzeit vor enorme Herausforderungen stellen, hat sich auch das DBZ weckruf magazin im Januar 2014 neu aufgestellt. Neben dem bewährten praxisorientierten Schwerpunkt in den Bereichen Produzieren und Verkaufen sind auch die Rubriken Orientieren und Führen hinzugetreten.

Bei allen Veränderungen am Markt und auch im Verlag: Ein großer Teil der DBZ-Leser ist nach wie vor handwerklich orientiert und schätzt die handwerkliche Produktion der Backwaren. Auch nach über 100 Jahren ist es dem DBZ weckruf magazin als Wirtschaftsmagazin für Bäcker und Konditoren Ansporn und Verpflichtung, als Leuchtturm für das Deutsche Bäckerhandwerk Orientierung zu bieten, die technische Entwicklung zu verfolgen, neue Marktchancen in den Blick zu nehmen und die Professionalisierung unserer Branche zu fördern.